Name: Katz
Vorname: Andi

Spitzname: Rennkatze
Geburtstag: 8.1.1988 in Freudenstadt
wohnhaft:  seit 2007 in Ruhpolding
Größe: 1,82 m
Gewicht: 78
Disziplin: Skilanglauf vom Sprint bis zu 50 KM 

Klassik sowie Skating
Hobbies: Alm gehen & Kaiserschmarrn essen 

Weltcupdebüt: 2009

 

Weltcupstarts: 91

Olympiastarts: 4

WM-Starts: 4

Arbeitgeber: Sportfördergruppe Bundeswehr

Mein Werdegang

 

Bereits 1993, im Alter von 5 Jahren, bin ich dem Skiverein Baiersbronn beigetreten. Während ich zu Beginn in der Sparte Nordische Kombination meine ersten Erfolge verbuchen konnte, hat sich in den folgenden Jahren jedoch herauskristallisiert, dass meine Fähigkeiten im Bereich Skilanglauf noch besser ausgeprägt sind. Deshalb wechselte ich im Jahre 2000 in die Sparte Skilanglauf.

Der Gesamtsieg im Deutschen Schülercup 2002/2003, der mich zum Deutschen Schülermeister machte, war ein erster bedeutender Höhepunkt meiner sportlichen Laufbahn.

Weitere Siege, unterer anderem zweimal  Deutscher Meister, zweimal Vizemeister brachten mich auf Platz 1 der Rangliste des DSV. In der Saison 2003/2004 führten dies zum Aufstieg in den D/C Kader des Deutschen Skiverbandes.

Aufgrund des internationalen Gesamtsieges im FIS Alpencup 2005/2006 und aller drei Einzelsiege bei den Deutschen Meisterschaften, bin ich in die Deutsche Juniorennationalmannschaft, C- Kader, U18-U20, aufgestiegen.

Trotz gesundheitlicher Probleme im Jahre 2006 (Handgelenksbruch rechts), konnte ich mich in der Saison 2006/2007 als erster Deutscher für die Juniorenweltmeisterschaft qualifizieren. Mit dem 2.Platz in der FIS Weltrangliste U20 und weiteren Siegen in dieser Saison habe ich mir den Verbleib in der Juniorennationalmannschaft, C- Kader, U20 gesichert.

Um meine berufliche und sportliche Weiterentwicklung so optimal wie möglich zu gestalten, habe ich mich entschlossen, der Bundeswehr Sportfördergruppe beizutreten.

Nachdem ich von Oktober 2006 bis Juli 2007 in Fahl / Feldberg der dortigen Sportfördergruppe angehörte, wechselte ich im August 2007 zur Sportfördergruppe Bischofswiesen / Berchtesgaden, da sich dort in  Bischofswiesen – Ruhpolding bessere Trainingsbedingungen für mich stellten.

 

In der Saison 2007/2008 konnte ich mich aufgrund einer Fußbänderverletzung nicht optimal vorbereiten. Dennoch ist es mir gelungen, mich durch einen Sieg und zwei Zweiten Plätzen im FIS COC, erneut für die Juniorenweltmeisterschaft zu qualifizieren.

In der gesamten Saison habe ich von insgesamt sechs Rennen fünfmal den amtierenden Juniorenweltmeister geschlagen, sodass der Deutsche Skiverband diese Leistung mit dem Aufstieg in den B- Kader honorierte.

Durch diese Auszeichnung konnte ich in der Saison 2008/2009 mit der Deutschen Nationalmannschaft in der Lehrgangsgruppe 1 mit sportlichen Größen wie Tobias Angerer, Renè Sommerfeld, Axel Teichmann, Claudia Künzel - Nystad und Evi Sachenbacher - Stehle trainieren und somit gleich im Herrenfeld beim ersten Continentalcup überzeugen. Hierbei konnte ich mich sofort und zum ersten Mal für die U 23 Weltmeisterschaft in Frankreich qualifizieren und belegte dort den hervorragenden elften Platz, welcher mir den Verbleib im B - Kader sicherte. 

In der letzten Saison hatte ich dann sportlich meine bisher besten Leistungen zeigen können. Schon im Herbst, zur zentralen Leistungskontrolle in Oberhof, konnte ich mit einem dritten Platz im Crosswettbewerb und dem deutlichen Sieg im Rollerwettkampf, sowie der Gesamtwertung das erste Mal auf mich aufmerksam machen. Auch im Skitunnel konnte ich mich im Sprint mit einem vierten Platz gut in Szene setzen und mich dadurch für meinen ersten Weltcupeinsatz in Düsseldorf qualifizieren.  

In Top Form nach Muonio gereist konnte ich leider nicht bei den Testwettkämpfen teilnehmen und hatte somit keine Chance auf einen Weltcupstartplatz.  

Durch erste Podiumsplätze im Continentalcup konnte ich in der ersten Periode die Gesamtwertung anführen und bekam deshalb von der FIS, für die zweite Periode, einen Startplatz für den Weltcup. 

Mit dem elften Platz im Prolog bei der Tour de Ski schaffte ich gleich auf Anhieb die halbe Olympianorm, wobei ich nur denkbar knapp an der vollen Olympiaqualifikation vorbeischrammte. Um die Gesamtwertung im Continentalcup zu verteidigen, startete ich dann wieder im Continentalcup und flog auf Anweisung des DSV nur noch als "Einzelkämpfer" zum Weltcup nach Otepää und belegte dort den 20. Rang. Aufgrund der Überschneidung des Weltcups in Russland und der U23 Weltmeisterschaft wurde entschieden, dass ich bei der U23 WM teilnehmen sollte. Mit der Bronzemedaille über 30km Skiathlon konnte ich meine erste Medaille bei einer Weltmeisterschaft feiern. 

Weitere Top Ten Plätze, aber auch Podiumsplätze sowie zwei Siege im Continentalcup folgten und führten in der Gesamtwertung zum dritten Platz.

 

2011 konnte ich mich erneut für die U23 WM in Otepää qualifizieren. Dabei lief ich als bester Deutscher auf Platz 7 im 15 km Freistil vor. Im 30 km Verfolgungsrennen holte ich mir wiederum als bester Deutscher Platz 14. Noch in der selben Saison fanden die Militärweltmeisterschaften in Sarajevo statt, wo ich schließlich Fize-Weltmeister über 15 km Freistil wurde. Zum Abschluss der Saison konnte ich mir Platz 2 bei der Militär Patrouille sichern.

In der nächsten Saison konnte ich viele gute Platzierungen im Alpencup erlaufen, welche zu Platz 5 in der Gesamtwertung führten. Bei den Deutschen Meisterschaften in Fischen wurde ich zweiter über 30 km Freistil.

2013, zum Saisoneinstieg holte ich mir gleich einmal Platz 3 bei einem Fis Rennen in Seefeld. Es folgten weitere sehr gute Ergebnisse bei den Deutschen Meisterschaften. Dort gewann ich Gold über 10 km klassisch, sowie auch im Massenstart über 15 km, Silber beim 30 km Freistil und sogar Bronze im Sprint. Ein Sieg in der Staffel beim Alpencup komplettierte meine Saison 2013/14.

2015 verlor ich dann unglücklicherweise meinen Kaderstatus und somit auch den so wichtigen Behördenplatz bei der Bundeswehr. Ich war somit "arbeitslos", hatte kein Einkommen mehr und musste mich komplett selbst finanzieren, alle Reisen, Rennen, Trainingslager, Materialien, usw. Sollte das das Ende meiner Karriere sein? Nein! Denn #leidenschaftsiegt und so schnell wollte ich nicht aufgeben. Nun stand das beste Jahr meiner Karriere vor mir. Ich gestaltete mein Training alleine, denn ich war nicht mehr im Kader und durfte nicht mehr bei meiner Trainingsgruppe, der ich seit meinem 19. Lebensjahr angehörte, mittrainieren. Als Unterstützung begleitete Karl Zellner ein paar meiner Trainingseinheiten. Er half mir nicht nur als Fahrer beim Bergrollern, sondern gab mir wichtige, aber meistens extrem harte Tipps für mein Training. Einige meiner größten Erfolge meiner Karriere standen vor der Tür. Die Tour de Ski begann mit einem für mich nicht ganz idealen Sprint in der Lenzerheide. Es folgte ein 30 km klassisch Rennen, bei dem ich mit Platz 17 das beste Deutsche Resultat einfuhr. Beim 10 km Freistil-Verfolgungsrennen konnte ich meine sehr gute Leistung halten und wurde 19ter mit der 11ten Einzelzeit. Weiter ging es mit einem klassisch Sprint in Oberstdorf, bei dem ich mir den unglaublichen 20. Platz erkämpft hatte, welcher immer noch meine beste Platzierung im Sprint-Weltcup ist. Höhepunkt der Tour de Ski 2016 war mein 8. Platz über 15 km klassisch in Oberstdorf, bei dem ich das gesamte Rennen in der Spitzengruppe lief. Erst kurz vor dem Ziel nach einer Tempoverschärfung musste ich abreißen lassen. Lediglich 6 Sekunden fehlten mir zum Sieg. Mein Formhoch konnte ich weiter mitnehmen nach Toblach, wo ich 11ter (zeitgleich mit Jonas Dobler) über 10 km Freistil wurde. Beim vorletzten Rennen lief ich auf den 21. Platz über 15 km klassisch und sicherte mir somit eine sehr gute Ausgangsposition für die Alpe Cermis in Val die Fiemme, bei der ich als 16ter und gleichzeitig bester Deutscher die Ziellinie überquerte. 

 

In meiner Vorbereitung, im Herbst 2016 stürzte ich schwer mit dem Bike. Ich riss mir die Bizeps- und Supraspinatussehne. Eine schwere OP folgte, bei der die Sehnen mit Titananker wieder refixiert wurden. Die Genesung nahm viel Geduld, Zeit und Mühe in Anspruch. Eine dreimonatige Reha in Donaustauf trug sehr viel zu meiner Heilung bei. 

 

Schon Ende der Saison 2017 nahm ich an meinem ersten Wettkampf teil. Bei den Deutschen Meisterschaften gewann ich die Silbermedaille über die 50 km sowie auch im Teamsprint, zusammen mit Josua Strübel.

 

2018 bestritt ich nach insgesamt 18 Monaten Verletzungspause wieder erste Weltcups. Dabei kann ich einen 14. Platz in Planica hervorheben. Weitere gute Platzierungen folgten, sodass ich mich für die Olympischen Spiele in Pyeongchang qualifizieren konnte. Bei Olympia erlief ich mir als bester Deutscher Platz 14 über 50 km klassisch (mit einigen Pannen... Stockbruch und Stürze), Platz 24 über 15 km Freistil, Platz 6 in der Staffel und Platz 33 über 30 km im Skiathlon. 

Danach plagte mich leider eine lange Krankheitsserie.

 

In der Saison 18/19 stieg ich aufgrund dessen etwas später in den Weltcup ein. Im COC gelang mir allerdings doch ein beachtlicher Start mit Platz 1 in Valdidentro. Desweiteren gab es im Weltcup einen 13. Platz im Teamsprint in Lahti und einen 18. Platz in Cogne. Pünktlich zur WM in Seefeld stieg meine Formkurve, wodurch ich dort wieder sehr gute Resultate abliefern konnte. Als bester Deutscher konnte ich mir einen 13. Platz über 15 km klassisch sichern und das Gefühl im Siegersessel eine Zeit lang genießen. Es folgten noch Platz 6 in der Staffel, Platz 26 im Skiathlon und Platz 43 über die 50 km, bei denen ich ebenso wie im Skiathlon eine Zeit lang sehr gut positioniert war und dann aber leider das hohe Tempo nicht mehr mitgehen konnte. 

 

Nach meiner Schneeverlängerung und Frühjahrspause stand ich nun vor meiner Vorbereitung für die nächste Weltmeisterschaft, die jedoch erst 2021 in Oberstdorf stattfinden wird. Für die Heim-WM nutzte ich das "Zwischenjahr", um möglichst viel Umfang zu trainieren. Hierzu trainierte ich einige Einheiten in der Höhe. Meinen Höhepunkt für diese Saison setzte ich auf den Weltcup in Oberstdorf und auf die 50 km in Oslo, die beide als Vorbereitung für die WM 2021 entscheidend für mich sind. In Oberstdorf konnte ich im Skiathlon eine Top-Platzierung einholen. Von Startplatz 60 ging es für mich in das 30 km Rennen. Nach einer irren Aufholjagd erkämpfte ich mir einen überragenden 12. Platz. Beim legendären 50er in Oslo war das Wachsglück nicht ganz auf unserer Seite und ich verpasste knapp die Weltcuppunkte. Jedoch konnte ich sehr viele wichtige Erkenntnisse für die nächstjährige Weltmeisterschaft mitnehmen. 

Bei den Deutschen Meisterschaften konnte ich mir zwei vierte Plätze im Sprint und 15 km Freistil, sowie einen 5. Platz im Teamsprint sichern. 

 

Mein Ziel für die Saison 20/21 ist natürlich die WM in Oberstdorf. Hierfür habe ich bereits ein Jahr mit viel Umfang trainiert. Jetzt im letzten Jahr vor der WM steht der Feinschliff auf dem Programm. Die Intensität wird in dieser Saison nochmals gesteigert und ich freue mich bereits jetzt auf die kommenden Trainingseinheiten und kann es kaum erwarten bis der Winter beginnt. 

 

Aktuell ist die Corona- Krise in vollem Gange. In dieser schwierigen und komischen Zeit ist mein voller Fokus gesund zu bleiben. Das Training erfordert momentan ein erhebliches Maß an Flexibilität. So heißt es für mich natürlich auch "Stay at home". Es steht vieles offen und wir werden sehen, was die Zeit bringt. 

 

Eure Rennkatze